Startseite | Artikel aus der ATR Startseite Kontakt Impressum
Artikel aus der ATR
ATR Nr. 81 vom 17.02.2006
Wer Turkish Delight mag, wird Lokum lieben
Das Geheimnis einer türkischen Süßigkeit
von Jenny Nerlich
Lokum im "Chocolate House"
Fast jeder Türkeibesucher kennt es und hat es schon einmal probiert: Turkish Delight. Es gehört in seinen bunten Verpackungen zu den Touristenshops wie der Apfeltee. Lokum hingegen ist unter Nicht-Einheimischen nur wenig bekannt und fristet ein ungeachtetes Dasein in kleinen Süßigkeiten-Läden, die unter der Flut an Souvenirshops entlang der Türkische Riviera, fast übersehen werden.

Lokum ist eines der ältesten Konfekte der Welt und hat mit dem Turkish Delight mehr gemeinsam als sich am Namen vermuten lässt. Vielleicht kann man Lokum sozusagen als die Mutter des industriell produzierten Turkish Delight sehen. Grund genug, sich ein wenig genauer mit dieser Köstlichkeit zu beschäftigen.

Lokum rund 400 Jahre alt

Hinter Lokum verbirgt sich eine rund 400 Jahre alte türkische Süßigkeit, welche damals - so die Überlieferung - von einem Sultan in Auftrag gegeben wurde. Der Sultan suchte nach einem wirkungsvollen Bonbon, mit dem er seine zahlreichen Frauen beschwichtigen konnte. Konditoren mischten und mixten verschiedene süße Zutaten zusammen und heraus kam das Lokum. Entzückt von der zäh-süßen Masse nannten Gesandte am osmanischen Hof das Lokum „Turkish Delight“.

Lokum ist süß, gespickt mit Nüssen, Pistazien, Mandeln, oder getrockneten Früchten. Manchmal zeigt es sich auch zusammengerollt und mit Schokoladenstückchen gefüllt. Oft ist es mit süßem Stärkemehl oder mit Kokosraspeln bestreut. Im 18. Jahrhundert schließlich, kam das Lokum nach Europa und etablierte sich als geschmackvolle Nascherei.

Im Grunde eine einfache Rezeptur

Die Zubereitung von Lokum gründet auf einer vergleichsweise einfachen Rezeptur. Stärkemehl wird zusammen mit Zucker und Wasser zu einer weißen Masse gekocht. Der Zucker hat erst vor rund zweihundert Jahren den Weg ins Lokum gefunden. Ursprünglich nutzten osmanische Konditoren Honig oder Traubenmelasse als Süßstoff.

Verschiedene Lokum-Spezialitäten
Rund um das Mittelmeer finden sich verschiedene Formen des „türkischen Honigs“, womit wir einen weiteren Namen neben „Turkish Delight“ und „Lokum“ gelernt haben. Unter diesem Namen finden wir es auch in Deutschland, zum Beispiel auf Jahr- und Weihnachtsmärkten.

Trotz dieser großen Verbreitung gilt immer noch: das reichhaltigste und am breitesten gefächerte Sortiment an Lokumvarianten gibt es in der Türkei. In speziellen Läden findet man das Lokum als Rolle oder in Würfelstücke aufgebart und kann sich selbst seine Konfektsorten zusammenstellen.

Eine gute Adresse in Alanya ist das „Chocolate House“ in der Atatürk Straße, wo auch die Bilder zu unserem Bericht aufgenommen wurden. Dort finden Käufer neben zahl-reichen Pralinen eine große Auswahl an rundem, eckigem, fruchtigem, nussigem, weichem oder hartem Lokum. Mit einer großen Schere werden dem Kunden wunschgerecht seine Lokumportionen abgeschnitten und in hübschen Schachteln verpackt.

Und wie steht es mit der Haltbarkeit? Ein gutes Lokum, hält mindestens sechs Monate und macht selbst nach mehrfachem Genuss nicht durstig, beteuern die Verkäufer. Es lohnt sich also, nicht nur zu besonderen Anlässen, von dem abgepackten Turkish Delight auf das frische Lokum umzusteigen.
Die ATR
Die Website Türkei-Infos ist ein Informationsdienst der einzigen überregionalen, deutschsprachigen Wochenzeitung in der Türkei, der Aktuellen Türkei Rundschau.
mehr zur ATR...